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Trends in der chinesischen Gesundheitsindustrie

Betrachtet man das chinesische Gesundheitssystem, sind viele Herausforderungen und Trends im sind nicht neu, jedoch mit Hinblick auf die Größe, Reichweite und regionaler Unterschiede Chinas schwer zu beheben. Drei Trends in der chinesischen Gesellschaft werden in der nahen Zukunft dazu beitragen, dass das Marktvolumen sowie die Gesundheitsausgaben bis 2025 weiter wachsen werden und daher auch Chancen für ausländische Firmen mit sich bringen:

  • Der demografische Wandel

  • Die steigende Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen

  • Ungleiche Ressourcenverteilung


Gesundheitsausgaben China

Demografischer Wandel und zunehmende chronische Erkrankungen

Die Zahl der Chinesen über 60 Jahre ist seit 2010 um 5,4 % auf rund 264 Millionen im Jahr 2021 gestiegen. Dies bedeutet, dass jeder fünfte Chinese über 60 Jahre alt ist. Zudem wird erwartet, dass bis 2025 allein die Zahl, der über 65-Jährigen auf 210 Millionen ansteigen wird.

Die Veränderungen in der Altersstruktur bringen zwangsläufig auch ein verändertes Krankheitsspektrum mit sich. So leiden bereits heute in China mehr als 123 Mio. Erwachsene an Diabetes und bei 245 Mio. Menschen wurde Bluthochdruck diagnostiziert. Die zunehmenden chronische Krankheiten und Krebserkrankungen, die als Ursache für 89% als Todesfälle in China gelten, üben zusätzlichen Druck auf das Gesundheitssystem aus und der Bedarf nach schnelleren Produktzulassungen steigt signifikant an. So benötigen chinesische Patienten zunehmend innovative Therapien, um die Nachfragelücke bei der Behandlung lebensbedrohlicher Krankheiten zu schließen und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Trotz der in den letzten Jahren durchgeführten Reformen zur Beschleunigung des Zulassungsverfahrens für die Entwicklung innovativer Arzneimittel hinkt die Verwaltung der klinischen Studien für innovative Arzneimittel in China jedoch weiterhin hinter dem wachsenden medizinischen Bedarf der Patienten hinterher. Dies ist vor allem auf den langwierigen Prozess der Entwicklung und Vermarktung innovativer Arzneimittel zurückzuführen ist. Um den Zeit- und Arbeitsaufwand, den chinesische Ärzte für klinische Studien aufwenden, besser bewältigen zu können, benötigen Pharmaunternehmen daher dringend die Unterstützung externer professioneller Dienstleister, um ihre Fähigkeiten im Management klinischer Studien zu verbessern.


Steigende Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen durch die wachsende Mittelschicht

Einhergehend mit dem demografischen Wandel verzeichnet China einen immer größer werden Anteil der Mittelschicht – Familien mit einem jährlichen Einkommen bis zu 62.500 USD. Im Zuge des steigenden Einkommens erhöht sich in der chinesischen Bevölkerung das Bewusstsein für eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung und die Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen, inkl. deren Erstattung durch die Krankenversicherung, wird ein immer präsenteres Thema in China.

Grundsätzlich sind in China rund 96% der Gesamtbevölkerung durch eine Basiskrankenversicherung abgesichert und somit eine medizinische Grundversorgung für ein möglichst breites Spektrum von Menschen gewährleistet. Da die finanzielle Erstattung jedoch sehr gering ist und im Durchschnitt nur rund 30% der Gesamtausgaben übernommen werden, hat die erhöhte Zahlungsbereitschaft der Bevölkerung zur Einführung eines mehrstufigen Krankenversicherungssystems (der kommerziellen Versicherung) geführt, das verschiedene Personengruppen abdeckt. Die Einrichtung der kommerziellen Versicherung und das zusätzlich verfügbare Einkommen hat die Fähigkeit des Einzelnen, für Dienstleistungen des Gesundheitswesens zu zahlen, erheblich verbessert. Die kommerzielle Versicherung dient dabei als zusätzliche Zahlungslösung, um die Nachfrage nach zusätzlichen Behandlungsmöglichkeiten für gängige innovative Therapien und Medikamente zu decken. Da die Ausgaben für kommerzielle Versicherung mit 5,5 % der gesamten Gesundheitsausgaben in China sehr gering sind, wird erwartet, dass diese künftig eine wichtige Rolle beim Schutz vor schweren Krankheiten spielen wird und die bislang verhältnismäßig niedrigen Pro-Kopf-Ausgaben auf 800 EUR pro Person in 2025 ansteigen werden.


Ungleiche Ressourcenverteilung

Eine weitere Herausforderung Chinas ist es die ungleiche Ressourcenteilung zwischen den urbanen und ländlichen Regionen zu meistern. Während Hauptstädte über gut ausgestattete, und oft überlastete, Vorzeigeinstitutionen, wie etwa Universitätseinrichtungen und Militärkliniken, verfügen, sieht die Versorgung in ländlichen Regionen oftmals anders aus. Der Grund liegt darin, da es in China kein Hausarztsystem mit privaten Arztpraxen gibt und Patienten auch bei leichten Verletzungen oder Erkrankungen die Ambulanz im Krankenhaus aufsuchen. Vorzeigeeinrichtungen der Klasse III sind dadurch häufig überlastet, und in kleineren weniger kompetenten Krankenhäusern der Klassen II und I sind oft offene Termin zu finden.

Angesichts dieser drei Trends, sind in den nächsten Jahren weiter signifikante Veränderungen im chinesischen Gesundheitswesen zu erwarten. Mit Spannung zu betrachten ist dabei wie die zunehmende Bewusstseinsveränderung und das zusätzlich verfügbare Einkommen der chinesischen Bevölkerung sich auf die Entwicklung der Pro-Kopf-Ausgaben auswirkt und somit auf das weiter fortschreitende Wachstum des Marktes.

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Die chinesische Provinz Jiangsu liegt mit 85 Mio. Einwohnern im Yangtse-Deltagebiet in der Küstenregion Ostchinas.